Zukunft Natur – Die Rückkehr der Wisente

Das Tier

Wisent1Mit einer Körperlänge von durchschnittlich 3 m und einer Schulterhöhe von 1,80m ist der Wisent das größte Landsäugetier in Europa. Seine braune Fellfarbe, welches an Hals und Kopf besonders ausgeprägt ist, zählen zu seinen Markenzeichen, ebenso wie der tief gesenkt gehaltene Kopf und die Hörner.
Doch seine majestätische Erscheinung wurde ihm lange Zeit zum Verhängnis. Bis ins Spätmittelalter als begehrte Jagdtrophäe des Adels gehandelt, ist sein Bestand bis ins 19. Jahrhundert hinein drastisch gesunken. Sein Lebensraum verkleinerte sich auf ein polnisches Waldgebiet. Nur in zoologischen Einrichtungen konnten die letzten reinrassigen Tiere überleben und gerettet werden.
Der Wisent steht auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten – doch das soll sich jetzt ändern!

Das Projekt "Wisente im Rothaargebirge"

Richard Prinz zu Sayn Wittgenstein war es, der die Idee für ein neues Auswilderungsprojekt hatte. Zusammen mit Initiatoren musste nun noch ein geeignetes Gebiet gefunden werden. Schnell fand sich die Lösung im südwestfälischen Siegen Wittgenstein: 4300ha Wald und Wiesen im Großraum Bad Berleburg.
Hier wurde eine Herde von 8 Tieren zunächst in ein Versuchsgehege von 80 ha entlassen, um eine eigene Sozialstruktur zu bilden und sich zu vermehren. Durch einen regelmäßigen Austausch der reproduktiven Tiere sollen Krankheiten vermindert und das Überleben der Art gesichert werden, um eine bis zu 25 Wisent starke Herde später in das große Gebiet auszuwildern.

Ziel des Projekts

Im Vordergrund steht die Rettung dieses imposanten Tieres. Durch die Wiederansiedlung in den Wittgensteiner Wäldern soll das Aussterberisiko vermindert werden. Doch auch der Wisent selber bereichert die Natur. Wo Wisente grasen, bleiben Lichtungen offen und es entsteht artenreiches Grünland. Mit menschlicher Unterstützung soll der Wisent seinen natürlichen Lebensraum zurückerobern.

Die Initiatoren

Wisent2Mit der Familie zu Sayn-Wittgenstein wurde ein erfahrener und leistungsstarker Partner für das Projekt ausgewählt. Bis heute ist das Berleburger Schloss mit 13.000ha bewirtschaftetem Wald im Besitz der Familie Sayn-Wittgenstein-Berleburg und somit einer der größten Privatforstbetriebe Deutschlands.
Der Verein Taurus Naturentwicklung e.V. hat ebenfalls ein großes Interesse an der Wiederansiedlung der Wisente in den Wäldern Deutschlands und der Erhaltung der Rasse.
Mit tätig ist auch die „Large Herbivore Foundation“, welche hauptsächlich in Europa und Asien tätig ist. Die Stadt Bad Berleburg und der Kreis Siegen-Wittgenstein stehen ebenfalls hinter dem Projekt.

Ausgebüxt vor dem Auswildern

Wenn NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) nach Bad Berleburg kommt, dann ist das schon eine große Sache. Doch diesmal ging es nicht um Politik, sondern im Vordergrund standen hier vierbeinige Freunde, die sich auf ein Leben in freier Wildbahn freuten. Zum offiziellen Auswilderungstermin der Wisente kam Jürgen Rüttgers in Eigenschaft als Schirmherr des Wisent-Projektes sowie Landrat Paul Breuer (CDU), Benedikte Prinzessen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Bürgermeister Bernd Fuhrmann sowie Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg der das Auswilderungsprojekt einleitete.
Doch einem wurde die ganze Sache zu viel: Wisentbulle Egnar war den Wirbel um seine Person nicht gewohnt. Nachdem er aus dem Transporter entladen war, brach er durch einen Zaun und folgte dem Ruf der Freiheit. Für die Bad Berleburger bestand allerdings keine Gefahr, das Tier befand sich immer noch im abgesperrten Bereich. Allerdings war der Ausflug nur von kurzer Dauer: nach einer Stunde konnte der dreieinhalbjährige Egnar wieder eingefangen und zur Herde zurück gebracht werden.
Die kurze Exkursion des Wisentbullen Egnar in die Freiheit war natürlich eines der Hauptthemen auf der Wisent-Willkommensparty im Bürgerhaus. Johannes Röhl brachte es dann, humorvoll wie immer, auf den Punkt: „Als die Spannung bei den Gästen am höchsten war, war sie im Zaun am niedrigsten.“

Festgehalten

Wisent3Wir haben hier in Wittgenstein jemanden, der es auf ganz besondere Weise versteht, Tiere den Menschen ganz nah zu bringen. Wenn wir wundervolle Aufnahmen in der Tageszeitung sehen, braucht man eigentlich nicht lange überlegen, von wem diese stammen könnten. Wolfram Martin versteht es immer wieder die Tiere richtig in Szene zu setzen und kann auf mehr als 800 Publikationen in jagdlichen Fachzeitschriften und Büchern zurückblicken. Hier in Wittgenstein können wir uns nicht nur auf ein herausragendes Projekt mit der Auswilderung der Wisente freuen, sondern auch auf ganz besondere Aufnahmen dieser mächtigen Tiere, die uns von Wolfram Martin zur Verfügung gestellt worden sind.
Wir bedanken uns recht herzlich dafür und freuen uns schon auf die nächsten „Schnappschüsse“ von ihm.

Vielen lieben Dank sagt das
Hotel-Restaurant Alte Schule Bad Berleburg
Silvia Köster und Andreas Benkendorf